Togo 2010 Blog
3.April
Tag 17
Nach leckerem Eierfrühstück fahren wir zu den Kaskaden, den hier bekannten Wasserfällen. Ein ältere Mann schickt uns, obwohl direkt vor uns ein Wasserfall zu sehen ist, in eine Ackerstraße, was nach einigen 100 Metern zu unserer Entrüstung führt, da wir nicht wissen, wohin es geht, der Weg jenseits von befahrbar ist uns zudem so aussieht, als wäre schon länger keiner hier entlang gefahren. Die Mädels bekommen etwas Panik und wir beschließen umzudrehen, da zudem ein jüngerer Einheimischer mit Fahrrad hinter uns herkommt und uns zum Wasserfall bringen will. Nach kurzen Turbulenzen auch mit Jules, der uns nicht ganz versteht, geht’s zum richtigen Wasserfall. Wie sich später herausstellt, wollte uns der Alte wohl zu einem anderen bringen, der etwas weiter weg sei und wo man auch baden könnte, die Aufklärung kommt nur etwas spät. Für einen Eintritt von 1000 Francspro Person begleitet uns der Junge zu den wirklich beeindruckend schönen Wasserfällen, wohl der schönste Ort bisher hier in Togo, zumindest für mich. Claudi nimmt auch gleich ein Bad, ich bin mit Arme und Beine befeuchten zufrieden. Hier verweilen wir etwas, lassen uns die Geschichte erzählen und genießen die Kühle des Wasserfalls.
2.April
Tag 16
Nach einigem Verhandeln kommt Jules nun doch mit. Es wird ein Taxi für 2 Tage organisiert und los geht’s auf der Schotterpiste bis zur Verbindungsstraße. Dort angekommen sind wir leicht gereizt, da der junge Taxifahrer wohl zum ersten Mal in seinem Leben ein Lenkrad in der Hand hat und uns schon fast aus 2 Kurven geschleudert hat, weil er wohl erst noch Gaspedal von Bremse unterscheiden lernen muss. Zudem sehen wir aus wie Indianer, da der rote Sand der Schotterpiste in allen Poren hängt. Na fein! Unser erstes Ziel ist der höchste Berg von Togo, der Pik d’Agou. Da es 12 km bis zur Spitze sind fahren wir mit unserem Taxi hoch, schon allein, damit unser Fahrer etwas Bergerfahrung sammeln kann, da er noch nie irgendwo hinaufgefahren ist. Ok, Togo ist schon eher flach. Der Weg ist sauübel, Schlaglöcher jeden Meter, entgegenkommende, lebensmüde Rennradfahrer, in Gelände, das jeder normalsterbliche allerhöchstens mit dem Mountainbike befahren würde. Knapp unterhalb der Spitze stellen wir dann das Auto ab und laufen den Rest, was hier oben sehr entspannt ist, da es mal weniger als 30 Grad hat. Auf der Kuppe angekommen, werden wir von Militärs am weitergehen gehindert, da wir hierfür einen Passierschein vom Bürgermeister von Kpalime bräuchten, die 5000 Fancs kostet. Da es hier jedoch außer n paar Bunkern und Antennenmasten nichts zusehen gibt, verzichten wir auf die Begehung der Kuppe und kehren wieder um. Die Natur hier ist sehr artenreich, ich sehe die erste Schlange im Gebüsch, ca. 1 m lang, grün, und wie sich später herausstellt, wohl verdammt gefährlich. Aber hübsch anzusehen. Die Abfahrt wird erneut hoppelig und unten angekommen sind alle froh, das überstanden zu haben. Also geht’s auf nach Kpalime, wo ihr zu allererst ein Hotel suchen und auch finden, sehr hübsch mit Air Condition, Duschen und Handtuch. Danach treibt uns der Hunger in das dazugehörige Restaurant eine Straße weiter, wo es zwar die Hälfte auf der Karte nicht mehr gibt, aber die anderen sind zufrieden. Ich nicht, da ich in der Küche eine Mikrowelle entdecke und mir den Rest denken kann. Jules, der Fahrer und ich gehen also auf die Suche nach einem Fufu-Restaurant, das wir auch schnell finden. Es gibt Huhn, besser gesagt, alles vom Huhn und eine Art Wildfleisch. Während wir ein Bier trinken, wird alles gerichtet und ein kleines Mädchen trägt alles auf ihrem Kopf mit uns mit, da wir zusammen mit den anderen essen wollen. Die anderen sind begeistert von den Pommes, weniger von ihrem Hühnchen, das wie erahnt aus der Mikro kommt. Wir fallen über unser Fufu her und da das Wildfleisch etwas seltsam nach Wild und Gorgonzola-Käse schmeckt und ich eine Tatze in meinem Fleisch finde, frage ich neugierig was das wohl sei und bekomme als Antwort: „la boutille“, wir wissen zwar bis heute nicht genau, was es ist, aber vermutlich eine Buschratte, hmm, exotische Küche bietet immer einen Leckerbissen. Wobei der Gorgonzola-Geschmack wohl eher von der Dauer der Zubereitung kommt, was schon einige Stunden bei 35 Grad sein können. Nach dem Essen gehen wir dann die Stadt etwas besichtigen, laufen über den Markt und bringen dann Claudi zum Hotel zurück, da Aimé ins Bett muss. Ohne Claudi gehen wir dann, nachdem ein Rastamann uns doch keinen Djembe-Abend bieten konnte, in ein Restaurant mit dem wohl größten Gummibaum, den ich je gesehen habe. Bilder folgen. Danach gehen wir ins Bett, da morgen viel auf unserem Plan steht.
1.April
Tag 15
Wir stehen früh auf, schon sogegen halb 6, da die Fahrt nach Atquapame gut 2 Stunden dauert. Zu unserer Verwirrung meldet sich Jules, der gerade auf dem Weg nach Tsevie und gleich da ist, afrikanischer Zeitrechnung versteht sich, grins, wie er sagt. Einige Stunden und Nerven später ist er dann auch da, jedoch nicht um mitzugehen, sondern weil er uns sehen wollte. Hm, manchmal komisch das alles hier. Also suchen wir ein Taxi, jedoch das nächste, das parat steht ist ein Minibus und der will erst starten, wenn er voll ist, also noch 10 Personen. Und selbst wenn wir ein normales Taxi finden würden, dürfte dies nicht vor dem Minibus starten,da dieser zuerst da war, hääää? Mir wird es zu bunt und nachdem Jules und Kodjovi eine Weile verhandelt haben, frage ich, was es mehr kostet, wenn er gleich mit uns losfährt. Wir einigen uns auf 500 Francs mehr und wir fahren los. Tja, mit Geld geht doch alles in Afrika….
Also geht’s auf im Minibus, der auch schnell voll ist. Nach langer Fahrt kommen wir in einem Vorort von Atquapame an, wo wir gern die dort ansässige Stofffabrik besichtigen würden. Da wir mittlerweile allein im Minibus sind, würde der Fahrer uns gern hier abladen, nur sieht für meine Sicht der Dinge die Fabrik etwas arg verlassen aus, was ich auch anmerke. Nachdem wir den Preis für die Fahrt noch etwas runtergehandelt haben, da wir ja nun nicht bis Atquapame fahren, steigen wir aus und gehen zum Wachmann am Eingang, um ihn nach einer Führung zu fragen. Er holt uns einen älteren, sehr netten Mann aus dem dortigen Dorf, der unserklärt, was wohl, dass die von Jules und Kodjovi empfohlene Fabrik seit über 10 Jahren geschlossen hat. Wir könnten zwar noch die Gebäude von außen besichtigen, aber rein könne man nicht, da alles verschlossen ist. Und unser Minibus ist natürlich auch schon weg. Etwas genervt und enttäuscht warten wir auf der anderen Straßenseite auf ein Taxi, der ältere Mann kommt uns jedoch zuvor und schickt jemanden zur nächsten Taxistation, um uns eines zu holen. Echt prima. Das Taxi bringt uns schließlich nach Atquapame rein, wo wir traditionelle Stoffherstellung anschauen möchten. Der Taxifahrer lässt uns irgendwo raus und meint da geht’s lang und deutet hinter uns, hätt er uns auch früher aussteigen lassen können, nuja. Wir machen uns also auf die Suche, fragen zwei am Weg stehende Einheimische, jedoch deuten beide in verkehrte Richtungen, was uns etwas verwirrt, sind wir aber schon gewohnt von unserer famosen Suche nach der „Sklavenburg“. Wir gehen also weiter und finden etwas weiter das erhoffte. In einem offenen Raum stehen zwei Webstühle und andere Webgeräte und der Meister dort erklärt uns, wie die Stoffe hergestellt werden und welche Muster was bedeuten. Natürlich kaufen wir auch etwas, feilschen mit dem Meister und gehen danach per Mototaxi auf den Markt. Kosi unterstützt mich beim Trikotkauf und nachdem wir etwas getrunken haben, machen wir uns gestärkt auf die Rückfahrt. Auf dem Weg heim beginnt es zu regnen, was die Fahrt im total überfüllten und mit abgefahrenen Reifen bestückten Minibus nicht angenehmer macht. Zwischendurch habe ich schon den Türgriff in der Hand, um im Notfallabzuspringen, aber soweit kommt es zum Glück nicht. Kodjovi hat ja heute Morgen auch für uns gebetet, also Gott war mit uns. Nach langer fahrt sind wir endlich wieder daheim und ich mache mich auf den Weg ins Internetcafe, um mich für meine Kurse anzumelden und wichtige Mails zu beantworten und den Blog zu posten. Gerade als ich richtig dabei bin, schwupp, Stromausfall zum besten Moment. Zum Glück begleiten mich zwei Jungs aus Tsevie heim, die ich schon letztes Mal hier kennengelernt habe, weil es ist stockfinster und somit nicht ganz ungefährlich, da ich an der Hauptstraße entlang muss, die extrem viel befahren ist. Daheim warten schon kalte Getränke auf mich, was meinen Frust etwas mildert. Danach telefonieren wir mit Jules, da wir morgen nach Kpalime wollen und er uns versprochen hat mitzugehen. Meine morgendliche Unsicherheit, was dies betrifft wird nun bestärkt und Claudi legt irgendwann entnervt auf. Also vertagen wir alles auf morgen und gehen schlafen.
31.März
Tag 14
Heute geht es nach Lomé. Wir fahren wieder mit einem total überfüllten Minibus und steigen dort in ein Taxi um, dass uns zur Sklavenburg „Anejo“ bringen soll. Nach längerer Fahrt und Sucherei finden wir die „Sklavenburg“ in einer kleinen Seitenstraße. Ein Führer steht auch schon parat um uns das Häuschen zu zeigen. Zu sehen gibt’s eigtl. nur einen Raum mit historischen Möbeln, und einen Einstieg in den 1,25 m hohen Keller, in dem die Sklaven vor der Abfahrt gehalten wurden. Der Führer erklärt uns die Geschichte, dass es verboten war in Togo Sklaverei zu betreiben und dass dies der einzige Ort war, wo bestimmte Clanchefs ihre „Ware“ an den Mann gebracht haben. Zudem werde das Gebäude gerade saniert, wovon nicht viel zusehen war und dafür brauche man Geld, da der Staat dies nicht unterstütze. Erwill 3000 Francs pro Person, was wir etwas übertrieben für den Schuppen finden. Wir werfen ihm trotzdem etwas in seine Kasse und laufen, etwas enttäuscht, in sengender Mittagshitze zur Hauptstraße zurück. Dort trinken wir noch etwas und suchen uns das nächste Taxi nach Rahmatu, wieder ein Minibus. Er bringt uns dafür bis zum Eingang des Strandcafes und wir verweilen einige Zeit am Strand, baden, chillen, und treffen dort noch 3 Luxemburger, die mit einem Workcamp da sind und tauschen uns etwas aus. Da uns langsam der Hunger überkommt, empfiehlt uns Kosi sein „Restaurant“ in dem er gelernt hat. Also auf ins Taxi und hin. Es handelt sich jedoch um eine Art Straßenbistro, nuja, das Essen ist lecker und kurz darauf kommt Kodjovi, der uns wieder nach Lomé zurück nimmt. Daheim besprechen wir noch unseren morgigen Ausflug nach Atquapame und gehen ins Bett.
30.März
Tag 13
Obwohl ich übelst geschlafen habe, geht es mir überraschend gut, mein Appetit kehrt zurück und ich beschließe mit ins Dorf zu gehen. Heike dagegen hat es jetzt im Magen und bleibt dafür daheim. Im Dorf besichtigen wir zuerst den Fortschritt am Schweinestall. Es wird emsig gearbeitet und sie ziehen die ersten Mauern hoch. Da auch schon einige Kinder vom Feld kommen, gehen Heike und ich zur Schule und bringen den Kindern etwas Deutsch bei und lassen sie danach malen. Claudi inspiziert das Feld, das die Dorfbewohner heute bestellt haben. Nachdem sie wiederkommt gehe ich wieder zum Schweinestall, da ich noch mein Kudru suche, das ich letztes Mal vergessen habe mitzunehmen. Leider ist es unauffindbar. Kuma, einer der Dorfbewohner erklärt sich zu meiner Freude bereit, mir eines bis zur Abreise zu schnitzen. Außerdem steht ein beeindruckender Säulenkaktus inder Nähe, der schon die ganze Zeit meine Aufmerksamkeit gefunden hat. Ich frage Jules, ob er den alten Mann, dem der Kaktus gehört, bittet, dass ich ein paar Stücke abschneiden darf. Er ist gern einverstanden und Kuma schreitet mit der Machete zu Werke. Eigentlich wollte ich nur ein Kopfstück, das man mit der Leiter hätte erreichen können, das ist ihm aber zu kompliziert. Also haut ereinfach einen der 5-6 m langen Seitenstränge ab. Danach werden alle Kopfstückeabgehauen, da Jules auch welche mitnehmen möchte. Ein wirklich prächtiges Souvenir, für mich jedenfalls. Danach fahren wir wieder zurück nach Tsevie, wobei wir erstmal Jules Jeep anschieben müssen, da seine Batterie nicht mehr will. In der Wohnung geht es Heike nicht besser, also wird Kodjovis Frau verständigt. Sie möchte Heike Novalgine geben, was sie jedoch nicht will und nach kurzer Diskussion fährt Jules Heike nach Lomé zum Arzt. Wir vertreiben uns die Warterei mit Skatspielen und Kartoffelsalat essen und hören bald positive Nachricht von Heike, zum Glück. Als sie zurückkommt, berichtet sie von ihren Erlebnissen und dass der Arzt vermutet, sie hätte einen Wurm. Aber sie hat Medikamente bekommen und es geht ihr schon wieder etwas besser.
29.März
Tag 12
Ich habe gut geschlafen und esse morgens eine Banane und etwas Brot. Die anderen gehen zur Schule, um mit den Kindern etwas zu lernen und spielen, ich kuriere mich aus. Mehr Bananen und Brot, viel Ruhe, abends geht sogar etwas Couscous. Wir gehen alle früh ins Bett, jedoch kann ich nicht einschlafen, was mir eine unruhige Nacht mit 2 Stunden Schlaf beschert.
28.März
Tag 11
In der Nacht hat es deftig in mir gerumpelt. Nachdem ich erst etwas Durchfall hatte, wurde mir später übel und ich musste Heike fast aus der Toilette jagen, da es so dringend wurde. Ich muss mich heftig übergeben, mit selbstverständlich gleichzeitig Durchfall, so ne Art Noro-Virus, einfach nur bäh!!! Ich kann nicht mehr schlafen, laufe stündlichauf die Toilette, so verbringe ich den ganzen Sonntag. Erbrechen blieb zum Glück einmalig. Tannacomp hilft auch nichts, das einzige, was mein Körper akzeptiert ist Wasser und Elotrans, eine Elektrolytmischung. Die anderen sind nachmittags baden und zu meinem Pech fällt während ich schlafe der Strom aus, so dass ich irgendwann um 14 Uhr aufwache, total verschwitzt, und nebenbei feststelle, dass auch das Wasser wieder mal abgestellt ist. Fiebermessen ergibt 39 Grad. Sehr prickelnd.
Da es mir am Abend noch nicht besser geht, obwohl ich nachmittags Norfloxacin genommen habe, abgesehn vom Fieber, schickt mir Kodjovi seine Frau, die eine Art Krankenschwester ist. Er betet für mich zuerst und dann misst sie mir Temperatur und Blutdruck. Fieber ist weg, zum Glück. Dann zieht sie 2 Spritzen auf, ich weiß bis heute nicht was und verabreicht sie mir in den Beckenbereich. Ich würde gut schlafen, womit sie recht behält.
27.März
Tag 10
Um 6.15 Uhr wache ich auf und nach kurzem Frühstück sind Jules und Kodjovi mit Koku und Kosi im Gepäck da. Kosi bleibt hier, um unsere Wohnung zu richten, und wir anderen brechen nach Vlamé auf. Zuerst besichtigen wir dort den Schweinestall, wo bereits Erde ausgehoben ist, um dort das Fundament zu legen. Danach geht’s rüber zur Schule, da es bald mit der Zeremonie losgehn soll. Als erstes kommt der Präfekt, den wir freundlich begrüßen, da es eine Ehre ist, dass er sich Zeit für die Zeremonie genommen hat. Nach einiger Warterei meint er, dass er uns noch 20 Minuten Zeit gibt, dann würde er wieder gehen. Es kommen immer mehr Dorfbewohner und während Kodjovi noch den Dorfchef holt, beginnt sein Vertreter bereits mit der Zeremonie. Zur Eröffnung wird gebetet und gesungen, in der Zwischenzeit ist auch Kodjovi mit den Dorfchefs angekommen und alles kann nach Plan verlaufen. Kodjovi begrüßt alle Teilnehmer und der Chef von Omg, der aus Lomé gekommen ist, hält die Predigt. Danach darf Claudi einige Worte an die Versammlung richten und danach spricht der Präfekt. Er bedankt sich bei allen für die geleistete Arbeit und freut sich, dass nach 100 Jahren wieder eine „Partnerschaft zwischen Deutschland und Togo“ entsteht. Danach gehen alle vor zum Feld, auf dem der Grundstein für die Partnerschaft gelegt wird. Präfekt, Dorfchef, Kodjovi, Jules, Claudi und ich heben den Stein an und legen ihn in seine vorgesehene Vertiefung. So, das wäre geschafft! Danach verabschiedet sichder Präfekt, da er noch weitere Termine hat und wir gehen wieder zurück zur Schule. Nach kurzem Gebet geht dann die Musik wieder los, die Frauen tanzen und es gibt Wasser mit Multivitamintabletten und etwas zu essen, Thunfischtäschchen und ungesüßte Baignets. Zum Schluss beendet Kodjovi die Zeremonie und wir fahren wieder zurück nach Tsevie, unterwegs steige ich um und fahre Jules Jeep zurück, endlich mal Schotterpiste fahren, macht richtig Spaß mit nem Jeep. Später gehen wir ins Internetcafe mit Kodjovi, Jules und Kosi, endlich läuft die Verbindung einwandfrei und wir können fast alle unsere Mails verschicken und diverses erledigen. Danach geht’s Richtung Hotel Melissa, angeblich 1 km entfernt, jedoch 1 afrikanischer Kilometer, der meist etwas länger ist. Heike und Claudi nehmen ein Mototaxi, da es Claudi etwas unwohl ist und der Rest geht zu Fuß. Nach einer Weile kommen wir dann endlich an, ein schöner Innenhof mit Sitzgelegenheiten und Bar. Mir ist mittlerweile auch etwas unwohl, daher trinke ich eine Cola und hoffe, dass es mir bald besser geht. Auf Essen verzichten alle. Wir lassen den Tag noch etwas Revue passieren und reden über die bevorstehenden Ausflüge nach Kara in den Norden. Zurück fahren wir alle mit dem Mototaxi, da der Weg doch etwas weit war. Daheim angekommen sind alle froh in ihre Betten zu kommen.
26.März
Tag 9
Heute geht es wieder früh raus,da die Schüler heute morgen ihre Prüfungsergebnisse bekommen werden. Wir packen alles in Kolchovis Auto und fahren nach Vlamé. Dort angekommen begrüßen wir alle und sehen uns die Fortschritte beim Schweinstall an. Hm, noch nicht wirklich viel passiert. Ein paar Minuten später kommt Jules zu mir und eröffnet mir die Idee, einen Bolzplatz zu bauen. Wir gehen also zu dem dafür vorgesehenen Feld, wo auch der Grundstein für die Partnerschaft und irgendwann mal die Schule entstehen soll. Der Grundstein ist schon in der Entstehung und nachdem wir den Maurer begrüßt haben, sehen wir uns das Feld an. Ich bin etwas entsetzt über die Vorstellung, dass aus diesem Feld ein Bolzplatz werden soll, da es ziemlich hügelig ist. Trotz meiner Bedenken gehen wir ans Werk und buddeln eine Stunde lang und haben eine kleine Ecke einigermaßen begradigt. Danach ruhen wir uns etwas aus und gehen zurück zur Schule, wo die Mädels mit den Kindern der Fuchs geht rum spielen. Danach werden die Prüfungsergebnisse verkündet. Immer die besten 5 bekommen ein größeres Geschenk, Lineal, Stifte, Blöcke, die anderen Kugelschreiber. Natürlich sind auch einige Eltern dabei, denen wir auch Kugelschreiber schenken. Danach reden wir noch mal mit den Lehrern und Eltern über die Ziele, die wir verfolgen und dass der Schweinestall und die Felder fertig sein müssen. Die Eltern bedanken sich und stimmen zu. Danach gehen wir alle zusammen zum Fußballfeld, weil ich Ihnen zeigen will, was hier zu tun ist. Jules meint, er hätte mit einem Traktor gesprochen, der das Feldumpflügen würde, was aber nicht nötig ist, da alle zusammen, Eltern, Lehrer und Schüler beginnen, das Feld zu räumen und zu ebnen. Läuft ganz gut, alle helfen mit und 2 Stunden später sieht es ganz passabel aus. Ich würde zwar noch nicht drauf Fußball spielen wollen, aber des kann ja noch kommen. Ich bemerke zudem,dass ich mir n leichten Sonnenbrand eingefangen habe, nicht so toll! Die Mädelssind bereits daheim und Kodjovi kommt wieder mit dem Auto zurück und bringt uns Wasser, was für eine Wohltat. Die erste Flasche läuft direkt in mich hinein. Danach plädiere ich für eine schnelle Rückfahrt, da ich schnell aus der Sonne sollte. Daheim angekommen, flüchte ich unter die Dusche, es geht zwar wieder kein Wasser, aber wir haben ja genug in Bottichen, mit dem man Wasser zum Duschen schöpfen kann. Danach behandle ich meinen Sonnenbrand und wir gehen mit Jules auf den Markt, Fleisch, Gemüse und Obst einkaufen, da wir später Gulasch kochen wollen. Jules macht sich daheim gleich ans Werk und kocht uns Gulaschmit Reis und für Aimé ein paar Möhrchen, da sie einen unruhigen Bauch heute hat. Nach dem Essen fährt Jules wieder nach Lomé und Aline und ich gehen noch ins Internetcafe und holen einige Getränke. Im Internetcafe läuft es nicht ganzso gut, da die Internetverbindung ständig abbricht. Aline schafft es gerade so, eine Email abzuschicken, dann geht gar nichts mehr. Ich unterhalte mich dazwischen mit 2 Jugendlichen aus Tsevie, der eine spielt hier im Fußballclub und lädt mich direkt zum Training ein, das jedoch immer morgens um 7 stattfindet und ich mir das erstmal überlegen muss. Mit dem anderen tausche ich Emailadressen und wir gehen dann weiter zur Bar, wo wir Leergut abgeben und wieder was zu trinken mitnehmen. Daheim reden wir noch etwas, bevor wir den ersten nicht von uns fabrizierten Stromausfall erleben. Dafür sehen wir, wie das Mondlicht alles in angenehme Helligkeit taucht, ist wohl seit langem das erste Mal, dass ich Mondlicht ohne Fremdlichtquellen sehe. Ist eine tolle Wahrnehmung. Also kramen wir unsere Kerzen raus, zünden sie an und trinken aus. Nachdem ich 2 Minuten im Bett liege, springt die Elektrizität wieder an, was ein Glück, denn ohne Klimaanlage wäre es bestimmt ziemlich warm heute Nacht geworden. Danach geht’s dann endgültig ins Bett, da wir morgen extrem frühaufstehen müssen, da die Grundsteinlegung im Dorf stattfindet und der Präfekt nurvon 8-9 Uhr Zeit hat.
25.März
Tag 8
Wir stehen wieder früh auf, schätze halb 7, 7, frühstücken und warten dann kurz auf Kolzovi und Jules. In der Zwischenzeit geht das Wasser wieder, was für ein Timing, denn ich habe gerade mein Mückenspray aufgetragen. Wir waschen trotzdem noch unsere Wäsche, da das Wasser aber so rostig ist, wird mein weißes T-Shirt nach dem auswaschen etwas bräunlich, ohne Chance es rauszukriegen, grrrrr! Danach geht’s wieder zur Schule, wir machen uns dort auf den Weg zum Feld, wo die Kinder bereits das Feld am säubern sind. Kolchovi und Claudi wollen nach Lomé, damit Claudi Geld holen kann. Kurz bevor wir am Feld sind kommen uns die Kinder und Lehrer entgegen, da sie ziemlich fertig sind und Durst haben. Wir schauen trotzdem noch das von Zweigen, Ästen und Holz gesäuberte Feld an und gehen wieder zurück. Kolchovi ist immer noch da und versucht sein Auto mit dem Kofferraum voll von Ziegeln aus der Einfahrt zu kutschieren, was jedoch misslingt, da es aufsetzt. Also müssen die Kinder Stein für Stein auf ihren Köpfen zum Ende des Weges bringen, ca. 500 m, da hier am Samstag der Grundstein für die Partnerschaft gelegt und irgendwann auch mal eine Schule aus Mauer entstehen soll. Wir spielen in der Zwischenzeit etwas mit einem der mitgebrachten Fußbälle hin und her und reden mit den Lehrern über ihre Bedürfnisse an Schulmaterial und tauschen uns über Sport aus. Dann ruft mich Jules zum Ziegelspaß, und erklärt mir, dass der Zement gestern nicht gut war, weil der Sand zu feucht ist. Also heben wir für morgen, wenn die Arbeiter wiederkommen, Sand aus und verteilen es zum trocknen. Dann geht’s mit einem Mann aus dem Dorf und Jules und einigen Kindern auf das nähere Feld, auf dem bereits Mais angepflanzt ist, um dort zwei Säcke Manjok dazwischen zu pflanzen,die einige Dorfbewohner der Schule gespendet haben. Heike und Aline spielen in der Zwischenzeit mit den jüngeren Kindern der Schule, zu denen wir nun auch wieder gehen. Die älteren Jungs (10-13 Jahre) nötigen mich dann mit ihnen Fußball zu spielen, was etwas chaotisch abläuft. Danach brauche ich etwas Ruhe, die mir die Jungs aber nicht gönnen. Wir spielen also mit dem Ball hin und herund ich erkläre ihnen, dass es Sinn macht, erstmal den Ball zu stoppen und dannwieder zu passen, als ihn immer wieder direkt ins Niemandsland zu jagen. Danach geht’s mit einigen Älteren zum Palmschnaps herstellen, dass sie uns unbedingt zeigen wollen. Wir werden zuerst auf ein Feld mit abgeschnittenen Palmstämmen geführt, wo man uns zeigt, wie Palmwein hergestellt wird. Hierzu wird ein Loch in den dünneren Teil des Stammes geschlagen und ausgebrannt, um Ungeziefer zu verjagen. Dann ein kleines nach unten gebohrt, wo der sich sammelnde Palmsaftin Gefäße abfließen kann. Sie lassen uns natürlich vom Palmwein kosten, jedoch scheint ihre Methode das Ungeziefer nicht zu entfernen, da im gesammelten Wein Larven, Ameisen und Maden schwimmen. Hammm! Wir kosten trotzdem, Heike istjedoch kurz vorm Kotzen, was zu meiner Belustigung beiträgt. Danach geht’s zum Palmschnapsbrenner, den wir in Eve begrüßen und der uns die „Destillerie“ zeigt. In großen Amphoren wird der Palmwein 3-4 Tage gelagert, bis er reißt. Natürlich zieht der auch noch andere Insekten wie Bienen an, die alle darin verenden. Dann wird der Palmwein in ein leeres Ölfass gefüllt und angeheizt.Oben kommt ein dünnes Stahlrohr raus, das durch 3 Wasserkühlbottiche läuft und dann am Ende als Palmschnaps rausläuft. Wir dürfen auch sofort kosten, der Meister macht sein 6 cl Glas randvoll und zieht es ab. Ich lasse mich nicht lumpen, und nehme das nächste randvolle. Hmm, Schnaps bei 35 Grad im Schatten, zündet immer. Die Mädels nehmen einen Minischluck und wir diskutieren über die Herstellung und die Unterschiede zu Deutschland. Dann muss ich noch mal eins trinken, aus meinem Wunsch nach einem halben Gläschen wird aber nix, also rein damit. Wir kaufen dem Brenner noch eine Flasche ab für den sagenhaften Preis von 1000 Francs,ca. 1,50 €. Zum Glück ist in Deutschland Schnaps teuerer, sonst wär des ja fatal. Dann geht’s zurück zur Schule, wir tauschen uns mit den Dorfbewohnern, die gekommen sind aus und lassen uns ein Mototaxi rufen. Ich gehe auf die Suche nach dem Fußball, da er in sichere Hände kommt, und finde ihn ein Haus weiter bei einigen Kindern. Zwei Männer in meinem Alter sind da und zwei Frauen, die ich auf Eve begrüße und wir etwas über Deutschland, Klima und Religion tratschen bis man mich ruft, da die Mototaxis da sind. Wir verabschieden uns und fahren zurück nach Tsevie. Daheim angekommen, was wohl: Kein Wasser, solangsam nervts ganz leicht,….
24.März
Tag 7
Nach Aufstehen und Frühstücken und der Erkenntnis, dass wieder kein Wasser geht, fahren wir mit Kolchovi zur Schule nach Vlamé, da heute die Ziegelsteine gefertigt werden. Als wir ankommen, sind auch schon zwei Arbeiter damit beschäftigt, den Sand den wir gestern ausgehoben haben mit Zement und Wasser zuvermischen und Ziegelsteine mit einer Stahlform herzustellen. Wir gehen mit den Dorffrauen ans Werk und schaffen mehr Platz zum Ziegelsteine trocknen, mit Hacken wird die Vegetation entfernt und weggetragen. Nach kurzer Verschnaufpause machen Heike, Claudi und ich und dran, das Terrain für den Schweinestall abzugrasen. Nach einigen Minuten habe ich die ersten Blasen an den Händen und die Einsicht, dass die Hacke nicht so mein Lieblingswerkzeug ist oder jemals werden wird. Zur Erklärung unterscheidet sich die afrikanische Hacke von der europäischen durch einen viel kürzeren Holzstab, ca. 50 cm, und man schwingt die Hacke zwischen breitgestellten Beinen durch. Nach einer Weile, in der die Mädels mit den Kindern Lieder singen, kommt eine ältere Mama, und lädt uns ein, die Manjokmehlherstellung bei sich zu besichtigen. Wir laufen zum nächsten Haus, ca. 500 m, wo bereits geriebener Manjok erhitzt wird und dann als Mehl dient, alles sehr arbeitsintensiv. Die Alte, die mich liebevoll „mon fils Holger“ nennt, lädt mich dann noch ein mit ihr auf die Jagd zu gehen, mit dem Kudru, dem traditionellen Jagdgerät, unter dem ich mir nur wenig vorstellen kann, auch wenn sie mir ein paar Mal die Art und Weise, wie man mit ihm umgeht, pantomimt. Danach geht’s wieder zurück zur Ziegelsteinherstellung, wo ich meinen ersten Heiratsantrag bekomme von einer ca. 40-45-jährigen Frau, die mir, falls ich sie nicht will, eine ihrer Töchter schenken möchte, alles auf Eve, versteht sich. Ich lehne dankend ab, aber wir machen noch einige Bilder von allen und werden dann vom Mototaxi heimgebracht. Daheim geht wieder Wasser, was ein Glück, nur leider lasse ich mir zuviel Zeit und als ich duschen will, ist es wieder weg. In der Zwischenzeit haben wir erfahren, dass Jules einen Autounfall in Lomé hatte, er war zum Glück nicht Schuld, und ist unverletzt, aber sein Auto ist am Heck etwas kaputt. Da sie bereits auf dem Weg zurück nach Tsevie sind, wollen wir mit dem Essen auf sie warten, da wir in die Fufu-Bar wollen. Es dauert und dauert und schließlich kommen die beiden um 20 Uhr an. Leider hat die Fufu-Bar schon geschlossen, also gehen wir einige Straßen weiter, wo wir dann an der Straße Reis mit Soße und Ei, Fisch, Maispate und Fleisch finden. Auf dem Rückweg kaufen wir noch etwas Bier und Softdrinks und sitzen noch etwas bei uns zusammen. Jules schläft heute bei uns, was einfach mehr Sinn macht, da er morgens dann nicht von Lomé nach Tsevie fahren muss. Ich entschließe mich, etwas länger aufzubleiben, da ich noch auf fließend Wasser hoffe, werde aber enttäuscht und gehe um 1 ins Bett.
23.März
Tag 6
Während der Nacht habe ich gehört, dass das Wasser wieder läuft. Als wir jedoch um 7 aufstehen, geht es schon wieder nicht mehr, nerv. Kurz nach 8 kommen Kolchoviund der Vermieter, der sofort einen Klemptner ruft, da der Wasserhahn in der Küche gar nicht mehr funktioniert. Dieser kommt und tauscht den kaputten Wasserhahn, den wir allerdings bezahlen müssen. Nuja, der Vermieter war sehr großzügig mit der Wohnungsabrechnung, also bezahlen wir es. Danach geht’s mit dem Mototaxi in zur Schule in Bolou Vlamé, da wir heute mit dem Schweinstall beginnen wollen. Nach der Begrüßung geht’s zum Häuschen nebenan, wo der Alte dort begrüßt wird und er mit Kolchovi einen Platz sucht, wo wir den Schweinstall bauen könnten. Der Platz ist schnell gefunden und wird erstmal mit Macheten geräumt. Danach stecken sie die Maße für den Stall mit einem Maßband und Stöcken ab, Vermessung leicht gemacht! Danach kommt Jules mit seinem Bruder,den er in Lomé getroffen hat und Koku, seinem Cousin. Nach kurzer Besprechung heben wir einen kleinen Patz aus mit Schaufeln und Spaten, um den unter denoberen Erdschichten gelegenen Sand, der für die Ziegel, aus dem der Schweinestall gebaut werden soll, freizulegen. Nach dieser schweißtreibenden Arbeit und der Bewunderung der Einheimischen, dass deutsche auch schaffen können, setzen wir uns wieder zum Alten, die Mädels zeigen den Kindern eines unserer Spiele und nach einiger Zeit geht’s wieder zurück nach Tsevie. Dort angekommen, begrüßt uns Claudi und meint, dass das Wasser wieder geht. Zu früh gefreut, nach kurzem Wasserlauf geht wieder gar nix mehr, was uns doch etwas annervt. Claudi und ich gehen mit Jules auf den Markt einkaufen und Jules kocht danach für uns ein leckeres afrikanisches Gericht mit Yamwurzel, Gemüse und Melonenkernen. Dazu gibt es Bier und Cola/Fanta. Nach dem Essen verabschiedet sich Jules, da er wieder nach Lomé zurück muss. Wir verbringen den Abend mit einigen Runden Skat und die anderen gehen früh zu Bett. Ich schreibe noch ein bisschen an einem Stück für mein Jugendorchester und als ich dann 2 Minuten im Bett liege, beginnt das Wasser im Bad zu laufen. Nach kurzem Nachdenken geh ich doch noch Duschen, was eine echte Wohltat ist. Claudi kommt ziemlich verpennt aus ihrem Zimmer und fragt nach der Uhrzeit, das ich mit 11 Uhr beantworte und meiner Freude, dass es wieder fließend Wasser gibt. Ich wecke Aline und Heike, um ihnen dies ebenfalls mitzuteilen, aber sie haben kein Bock mehr aufzustehen. Danach geht’s auch für mich frisch geduscht zu Bett.
22.März
Tag 5
Tag der Aufreger!Ich wache mitten in der Nacht auf, weil etwas mein Bein entlang krabbelt. Ich greife hin und fühle ein etwas größeres Insekt, drücke es etwas und schmeiße es von mir weg. Danach verlasse ich fluchtartig mein Bett und bin etwas durch den Wind. Eigtl, will ich kein Licht einschalten, um Aline und Heike nicht zuwecken, aber es bleibt mir keine Wahl. Ich schalte das Licht an, entschuldige mich für die nächtliche Störung: Irgendwas ist in meinem Bett und schüttle meinBettlaken aus. Heraus fällt eine 5 cm große Kakerlake, die etwas verwirrt auf dem Boden verweilt. Ich versuche es mit meinem Feuerzeug abzufackeln, aber das zeigt wenig Wirkung. Letztendlich wickle ich es in Toilettenpapier und spüle esdas Klo runter. Danach richte ich mein Bett wieder und finde noch etwas Schlaf.Nachdem Aufstehen frühstücken wir etwas und richten uns für den Besuch der Hauptstadt. Wir gehen zur Tankstelle und finden sofort einen Minibus, der unsmitnimmt. Während der Fahrt halten wir immer wieder an und der Minibus wird vollgestopft mit am Schluss 18 Personen und Gepäck, krasse Fahrt. Wir werden an der Lycee rausgelassen und warten auf Jules. Eine nette Frau, die an einem Stand direkt vor uns steht, bringt uns eine Holzbank, auf der wir uns während der Warterei etwas setzen können. Nach einiger Zeit taucht dann auch Jules auf und wir laufen einige Meter Richtung Stadt, bevor wir dann ein Taxi finden. Wir quetschen uns zu fünft rein und fahren zur deutschen Botschaft, um uns vorzustellen und ins Deutschenbuch einzutragen. Dort angekommen, verlangen wir Eintritt und werden vor der Tür stehen gelassen, weil wir nicht rein dürfen. Wir diskutieren mit dem Wachmann und verlangen seinen Vorgesetzten. Dieser gewährt uns jedoch auch kein Einlass, wir bräuchten einen Termin und müssten diesen über das Internet vereinbaren. Wir verlangen seinen Namen, den er uns jedoch nicht sagt, er weiß wohl, warum. Jetzt reichts mir endgültig. Ich rufe extrem genervt die Notfallnummer der deutschen Botschaft an. Die Dame am Telefon gibt mir die Nummer der Botschaft direkt und ich rufe dort an. Nach mehrerem hin und her und der Drohung, dass ich mich beim Innenminister persönlichbeschweren werde, erfahre ich immerhin ihren Namen und sie verbindet mich weiter. Der Mann am Ende der Leitung versucht mich zu vertrösten, was ihm nicht gelingt. Ich verlange vehement Eintritt zur deutschen Botschaft, der mir zu Recht zusteht, egal aus welchem Grund. Er meint, dass uns wohl nur ein Techniker empfangen könnte, da sonst wohl niemand da sei. Ich sage ihm, dass mir völlig egal ist, von wem ich empfangen werde, ich will nur Einlass in diedeutsche Botschaft. Nachdem wir schließlich eine halbe Stunde vor dem Tor gewartet haben, kommt ein afrikanischer Mitarbeiter und lässt uns rein. Wir müssen unsere Handies und Fotoapparate abgeben, und werden in den Empfangsbereich eingelassen. Ich bin geringfügig in Rage, da es wirklich eine Frechheit ist, uns so zu behandeln. Auch Claudi meint, dass sie so etwas in einer Botschaft noch nie erlebt hat. Normalerweise wackelt man mit seinem Pass und bekommt sofort Eintritt und wird freundlich begrüßt. Tja, wohl überall, aber nicht in Togo. Randnotiz für daheim: Beschwerde schreiben über die Art und Weise, wie hier mit uns umgegangen wird. Die eigene Botschaft entpuppt sich als unfreundlicher als alles andere bisher, was für ein Witz! Nachdem wir einige Minuten warten, kommt der Mitarbeiter, mit dem ich telefoniert habe und ich sage ihm meine Meinung unverblümt ins Gesicht. Nach kurzer Unterhaltung verabschieden wir uns wieder. Jules ist sichtlich beeindruckt und meint, ich hätte gut gekämpft. Wir laufen einige Meter an der Botschaft entlang und steigen ins nächste Taxi, das uns zum Grand marchee bringt. Dort angekommen gehen wir in ein Restaurant mit deutschen Speisen, das uns Jules empfiehlt. Wir stärken uns mit leckerem Essen und gutem deutschen Bitburger Pils und schlendern etwas über den Markt. Uns werden Gambas und Langusten angeboten, die wir leider noch nicht kaufen können, da wir noch den ganzen Tag vor uns haben.Wir nehmen das nächste Taxi und fahren zur Post um Geld zu wechseln. In einer kleineren Poststelle haben sie nicht genug Geld, also müssen wir zur Hauptstelle. Nach kurzer Warterei können wir dort unser Geld tauschen, wobei sie zu unserer Überraschung unsere Reisepässe und eine einheimische Telefonnummer brauchen, alles etwas anders hier. Danach geht’s nach längerer Fahrt zum Strand, wo wir 600 Francs Eintritt bezahlen, damit man uns beim Schwimmen beobachtet. Claudi und ich gehen schwimmen, die anderen beiden mögen nicht und dabei erfahren wir zu unserer Überraschung, dass Jules nicht schwimmen kann. Nach eindringlicher Warnung, dass es gefährlich sei hier zuschwimmen, stürze ich mich in die Fluten. Das Wasser ist angenehm warm und der Wellengang eher harmlos. Wahnsinnig gefährlich….Zum Schluss nehmen wir Aime noch etwas mit zum Plantschen, was ihr sichtlich Spaß macht. Dann geht’s zurück zur großen Straße, wo wir ein Taxi suchen um zurück in die Stadt zu kommen. Jules verabschiedet sich hier von uns und wir fahren in der kurzen Dämmerung zurück zum Grand marchee, wo wir erstmal etwas Obst einkaufen. Danach geht’s zum Gambastand, wo die Marktfrau mir einen etwas hohen Preis nennt. Sie haben auch keine Langusten mehr, jedoch wird eine andere gerufen, die sie bringen soll. Ich handle die Marktfrau auf 6.500 Francs runter, womit sie sich aber nicht so abfindet. Immerhin wurden uns Langustenfür 7000 Francs je kilo mittags angeboten, und die sind viel wertvoller. Nach einiger Warterei kommt eine alte Mama mit den Langusten, jedoch 2 kilo, was unszuviel ist. Sie meint, sie gibt uns 2 kilo für 1,5 kg für 8000 je kilo. Ich erinnere sie an den Preis, den sie mir heute Mittag genannt hat und sie gibt sie uns für 6.5000 und sagt der anderen, sie soll sich auch damit zufriedengeben, ja, die guten alten Mamas hier sind fast immer gut drauf. Danach fragen wir uns zum Minibus nach Tsevie zurück durch, bis es zum Eklat kommt. Die einen wollen 600, was zuviel ist und wir steigen wieder aus und gehen weiter. Ein Mann will uns zu einem Bus führen, jedoch sitzt sonst niemand drin, was Claudi nicht gefällt. Wir gehen zum nächsten, in dem zwei Frauen sitzen, die uns sagen, dass dieser Bus nach Tsevie geht für 500, was hier normal ist. Der andere Mann schlägt uns jedoch die Tür zu und ist total aufgebracht, dass wir nicht mit seinem fahren und der andere versperrt mit seinem Bus den Weg. Claudi reichts endgültig und sie schreit lauthals los. Alle brüllen rum und nacheinigen Minuten dürfen wir dann doch in diesen Bus einsteigen, zu unser aller Erleichterung. Auf der Heimfahrt wird der Bus wieder total vollgestopft, normal halt und wir fahren zurück nach Tsevie. Dort angekommen, rufen wir Kolchovi an, da wir ihm etwas von den Meeresfrüchten abgeben wollen, da es für uns einfachzu viele sind. Daheim angekommen, stellen wir fest, dass kein Wasser aus den Hähnen kommt, was für ne Scheisse, zumal wir alle total verschwitzt vom Tag sind. Kolchovi kommt mit seiner Frau vorbei, wir erzählen ihm etwas von unseren Erlebnissen und setzen Kochwasser für die Langusten auf. Er erzählt, dass in ganz Tsevie das Wasser ausgefallen ist, was hin und wieder passieren kann. Er verabschiedet sich und meint, dass morgen zwischen 7 und 8 der Vermieter kommt, um diverses zu klären. Wir fallen über die Langusten und Gambas her. Danach lassen wir noch kurz unsere Erlebnisse Revue passieren und gehen erschöpft und verschwitzt ins Bett.
21.März
Tag 4
Wieder geht es früh raus, wir frühstücken süße Baignets, Eier und Brot, und dann geht’s auch schon los. Wir fahren mit Kolchovis Ford Mondeo über Staubpisten und riesige, teichgroße Schlaglöcher immer weiter ins Hinterland. Im Dorf angekommen ist schon alles für den Gottesdienst gerichtet. Wir dürfen vorne in Sesseln auf dem Präsentierteller unter den erstaunten Augen der Dorfbewohner Platz nehmen. Wie Kolchovi später in seiner Predigt preis gibt, sind wir wohl die ersten Weißen, die seit der Gründung vor 100 Jahren dieses Dorf betreten. Der Gottesdienst hat etwas von Geisterbeschwörung, die Pfarrer reden lautstark auf die Gläubigen ein, immer wieder unterbrochen von Gebeten und Gesang und der abschließenden Opfergabe und Segnung. Dann führt uns einer der Dorfälteren durch ihr Dorf, stellt uns dem Dorfchef und der Dorfoma vor und zeigt uns alles. Dies wird auch eines der Dörfer sein, in denen wir einen Tag und Nacht verbringen werden. Auf dem Rückweg halten wir noch bei einer Familie, deren Eltern krank sind und Kolchovi betet mit ihnen. Auf der Rückfahrt winken uns die Kinder am Straßenrand zu, ist doch etwas besonderes, 4 weiße in einem Auto mit schwarzem Fahrer, der auch noch überall bekannter Priester ist, zu sehen. Wieder zurück daheim essen wir die Reste des gestrigen Essen und dann taucht Kossi, die gute Seele auf, der uns zumeist saubermacht, abwäscht und aufräumt, was uns mitunter etwas unangenehm vorkommt. Abends sind wir zu faul etwas zukochen und gehen zuerst ins örtliche Internetcafe, das mir Klochovi gezeigt hat. Die Geschwindigkeit ist überraschend gut, nur die Tastatur klebt etwas, was um Stunden zurückwirft. Danach gehts an die Tankstelle, wo gegenüber verschiedene Essensstände sind. Wir kaufen ein paar Fischstücke, Fleischspießeund 2 Avocados und gehen heim essen. Die Fischstücke sind mir etwas zu grätig,da einfach nur Fisch kleingehauen wird und dann gegrillt. Die Fleischspieße sind auch etwas seltsam, der erste den ich esse ist total knorpelig und sehnig,der zweite macht den Eindruck, als wäre es Leber, die letzten waren definitiv leckerer. Nach ein paar Partien Skat gehen wir ins Bett, da es morgen nach Lomé geht.
20.März
Tag 3
Wir stehen erneut sehr früh auf, da wir zum Empfang im Dorf geladen sind, der um 10 Uhr beginnen soll. Als wir im Dorf ankommen, sind noch nicht viele Einheimische da, dies ändert sich aber zunehmend, und nach wenigen Minuten ist die Überdachung, die man hierfür aus Bambus und Palmblättern gefertigt hat, vollbesetzt. Die Dorfchefs kommen natürlich auch, darunter der Hauptchef von Bolou Vlamé, der in seiner traditionellen Tracht mit Krone erscheint, ein beeindruckendes Bild. Nachdem wir alle begrüßt haben, wird zuerst mit Beten und Singen begonnen, dann spricht Kolchovi vor der Versammlung und anschließend Claudia im Namen von Vezuthando und uns. Jules hat die Übersetzerrolle, die er sehr gut meistert, Ewe-Deutsch, Französisch-Ewe. Danach spricht der Dorfchef zu uns, erklärt die Entstehung des Dorfes und dankt für unseren Besuch. Die Dorfbewohner haben daraufhin eine Überraschung für uns und führen mit Trommelbegleitung ihre traditionellen Tänze vor. Wie erwartet dürfen auch wir tanzen, was zu heiterem Gelächter führt, besonders meine Nachahme des Männertanzes, der in wilden Bewegungen des Körpers erfolgt. Ganz schön schweißtreibend! Nach der Beendigung des Empfangs besichtigen wir die Felder der Schule. Es geht querfeldein auf Trampelpfaden zum ersten Feld, das bereits mit Mais bestellt ist. Das zweite Feld ist ca. 1 km entfernt, wieder Trampelpfade, dann stehen wir vor einem Hektarfeld, das wir kommende Woche mit den Kindern reinigen und umpflügen werden. Unser Führer ist sehr interessiert, alle bekannten Pflanzen und Tiere in deutsch zu wissen, die ich ihm gern übersetze. Auf dem Rückweg komme ich mit einem anderen Pfarrer aus der Hauptstadt Lomé ins Gespräch, der sich erkundigt, warum ich französisch spreche und mir von seinem Sohn berichtet, der deutsch in der Schule lernt und dies wohl auch studieren will. Aufdem Rückweg kauft Kolchovi bei einem Ziegenbauern etwas frischen Ziegenkäse.Zurück an der Schule gibt es ungesüßte, frittierte Krapfen mit würziger Soße.Während wir diese verzehren versuchen die Kinder und Dorfbewohner unteranhaltendem Lachen und einige Brocken Ewe beizubringen, was zumindest bei mirnicht ganz so fruchtet. Danach machen wir uns auf den Rückweg nach Tsevie, undsitzen bei uns mit Jules, Kolchovi und vier Cousins von Ihnen, Koku, Kossi,Francis und Francois, zusammen. Jules hat in der Zwischenzeit Gas für den Herdbesorgt, das sie verzweifelt versuchen anzuschließen. Auch hier in Afrika hatGas ein verkehrtes Gewinde, wie ich Ihnen vorführe. Danach kochen Jules undKossi einen afrikanischen Risottoverschnitt mit Auberginen, Zwiebeln, Tomaten,Kokosraspeln und Reis, während die anderen draussen Karten spielen. Hierbeisehe ich endlich mal wie man eine Kokosnuss öffnet, beim Fruchtfleisch auslösenkommen auch die zwei an ihre Grenzen, hm, dafür muss es doch auch n Trickgeben? Danach essen wir alle zusammen und nach einiger Zeit verabschieden sichdie Afrikaner. Wir vier sitzen noch etwas zusammen und Claudi und ich erklärenden anderen beiden Skat. Zum Abschluss spielen wir noch 7 rauf/7 runter undgehen dann ins Bett, da wir morgen mit Kolchovi in eine seiner Kirchen gehenund er uns um 8 abholen wird.
19.März
Tag 2
Ich wache auf, es ist hell und alle um mich rum lebendig. Ich habe keine Ahnung wieviel Uhr es ist, wie sich später rausstellt 7.30, bäh. Es gibt lecker Frühstück, auszulutschende Orangen und Brot mit Avocado, auch mal ne neue Erfahrung. Kurze Zeit später sind auch schon unsere afrikanischen Begleiter da und wir machen uns nach kurzer Besprechung auf, uns im Städtchen vorzustellen. Erst zur Gendarmerie, wo wir vom Polizeichef freundlich empfangen werden, dann zur Police civile, dessen Polizeichef uns mit einigen Brocken deutsch überrascht, und danach zum Präfekten, mit dem wir kurz über Religion in Deutschland plaudern. Dann auf in das Dorf Boulou_Vlamé, wo wir schon von einigen Dutzend Kindern erwartet werden. Wir stellen uns diesen vor, sie singen uns ein Willkommenslied und dann Begrüßung der Dorfältesten. Dann besprechen wir uns mit dem Schulleiter und seinen zwei Kollegen, was wir die nächsten Tage somachen werden. Wir überreichen Ihnen einige Mathebücher, danke an Carmen, und Bilderbücher,die Heike gekauft hat. Bei der Besprechung, die mitunter etwas chaotisch läuft, kommt raus, dass wir einen Acker bestellen könnten, der aber erst umgegrabenwerden muss. Jules meint nur, wir haben ja n starken Deutschen und reckt meine schmächtigen Arme in die Höhe. Nachdem wir uns vieles erklärt haben lassen, besuchen wir einen angrenzenden Bauern um seine Schweinzucht zu inspizieren, da dies auch eine der Möglichkeiten wäre, der Schule zu helfen. Danach geht’s zurück über die Landstraße in unsere Wohnung, da Aime eine Pause braucht. Wir gehen in der Zwischenzeit mit Jules und seinem Cousin Kossi auf den Markt einkaufen. Ich fühle mich unter der schwarzen Bevölkerung wie ein Exot, zumal wir weit und breit wirklich die einzigen Weißen sind. Auf dem Markt geht es geschäftig zu, Motorräder und Pick-ups voll beladen preschen vorbei, überall gibt es getrockneten Fisch und Früchte aller Art. Wir decken uns mit Ananas, Bananen und Klopapier ein, zumal es Heike etwas zu warm ist und statten Kolchovi daheim einen Überraschungsbesuch ab. Er stellt uns seiner Frau und Schwägerin vor und Jules nimmt für uns ein großes scharfes Messer mit zum Ananas schneiden. Zurück in der Wohnung erleben wir den ersten Stromausfall, gefolgt vom nächsten 1 Stunde später. Auf die Klimaanlage verzichten zu müssen ist echt schweißtreibend;-)Am Abend machen Aline, Heike und ich uns im dunkeln auf den Weg was zu essen aufzutreiben, da wir noch kein Gas für den Herd haben. Nach kurzer Suche stehen wir an einem Straßenstand, an dem uns Maisknödel angeboten werden. Zu unserer Überraschung hat Heike jedoch das Geld daheim vergessen und Alines Geld ist hier in Togo nicht gültig, was zu irrem Gelächter der Einheimischen führt. Also laufen wir wieder zurück und ich ziehe mit Claudia los, um unsere Mission zu erfüllen. Wir kaufen also 4 Maisknödel und 10 Rindfleischspieße, die direkt ander Straße auf einem Grill zubereitet wurden. An der Tankstelle über der Straße kaufen wir für unsere vegetarische Heike noch etwas Käse und Fisch, und Colasowie 2 Flaschen afrikanisches Bier. Auf den Flaschen ist Pfand, was mich doch etwas überrascht….Wieder daheim fallen wir über das Essen her, wobei Heike und Aline die Knödel zu säuerlich sind und Ihnen die Gewürzmischung dazu zu scharf ist. Die Spieße sind auch ziemlich würzig, was Claudi und mir sehr zusagt, Aline leider weniger. Nach dem Essen trinken wir unser Bier und fallen danach todmüde ins Bett, ist ja auch schon 1.
18.März
Tag 1
Abflug Paris, nach der Vorstellung des Piloten folgt die Ansage, dass es technische Probleme gibt. Der Treibstoffzufluss leckt. Mein Kommentar: Wir müssen bestimmtden Flieger wechseln“ wird eine dreiviertel Stunde später nach der nächsten Pilotendurchsage Realität. Also wieder zurück zum Gate, und auf den Ersatzflieger warten, der ganze 3 Stunden später endlich vom Flughafen abhebt. Als Entschädigung gibt es englische teilweise ungenießbare Toastsandwiches und was zu trinken ,immerhin ;-)Vorm Abheben bin ich dann schon eingepennt, nach der 5 Stunden Fahrt nach Paris auch kein Wunder. Der Flug verläuft, wenn auch unter leichten Turbulenzen, die den Airbus durchrütteln, planmäßig. Das Essen ist akzeptabel und ich halte mich mit G.I .Joe und A serious man bei Laune, anschließend zwei Simpsons-Folgen und wir setzen zum Landeanflug an.Der Ausstieg erinnert an Kambodscha, von gefühlten 0 Grad im Flieger gegen eine 30Grad und 100% Luftfeuchtigkeits-Wand draußen. Fast wie erwartet!Nachdem wir ewig am Gepäckband warten und schließlich doch meine Koffer kommen, werde ich am Zoll angehalten und freundlich gebeten, meine Koffer zu öffnen. Alkohol, 2 schöne Jack-Daniels-Liter-Flaschen und Zigaretten interessieren keineswegs, aber die luftleeren Fußbälle, die mir der FV Zell-Weierbach gespendet hat. Zudem ist eine Zöllnerin total bege
istert von dem hässlichsten Plüschtier, das ich dabei habe, son komisch zotteliges Vieh, dass ich eigtl. schon daheimlassen wollte. Sie will es und bekommt es auch als förmliche Bestechung, damit sie mein Gepäck nicht komplett auseinander nehmen. 2 zusätzliche Bestechungsfußbälle, und ich darf passieren. Draußen warten bereits Claudia und Jules, die uns stürmisch begrüßen. Das Auto von Kolchovi, seinem Cousin wird vollgestopft, sowohl mit Insassen als auch Gepäck und auf geht’s nach Tsevie, wo unsere Wohnung ist. Dort angekommen wird ausgepackt und die Wohnung inspiziert. 3 Air-Conditioner, von denen 2 auf Anhieb nicht funktionieren. Somit schlafen wir zu dritt im einzig gekühlten Raum, Claudia und Aimé im anderen Zimmer. Ich trinke noch ein schönes Glas puren Jacky und fühle mich erneut an Südostasien erinnert, lauwarmer Whiskey und ne Zigarette, schön zum einschlafen. Nachdem das Moskitonetz aufgehängt ist, entschwinde ich in die erste Nacht in Afrika.
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